SDL Trados

Das vom deutschen Unternehmen Trados initiierte Programm wird von der SDL-Gruppe weiterentwickelt und vertrieben.

Versionen

Von den frühen Versionen sind die Trados Translation Solution Freelance Edition 3 (1999) sowie die Versionen Trados 5 (2001) und Trados 6 (2003) hervorzuheben (siehe dazu auch Ignacio Garcia, "Long term memories: Trados and TM turn 20" (2005).

SDL Trados 2007

SDL Trados 2007 besteht aus mehreren separaten Anwendungen. Dazu gehören unter anderem Translator's Workbench, der TagEditor und SDLX. Durch ein entsprechendes Makro kann Microsoft Word als Editor für Dateien im ttx-Format verwendet werden. 

Die Programme können einzeln gestartet werden, werden aber zudem durch die Oberfläche SDL Trados Synergy mittels Shortcuts miteinander verbunden. Die Dateiformate von TagEditor (ttx) und SDLX (itd) sind nur bedingt miteinander kompatibel (Export von itd zu ttx und erneuter Import in SDLX, nicht aber umgekehrt).

Das mit dem TagEditor verwendete ttx-Format lässt sich auch mit Programmen von Drittanbietern bearbeiten (siehe dazu roxomatic: "Wie übersetze ich ttx-Dateien ohne Trados?).

SDL Trados Studio 2009

Unter der neuen Firmenleitung von SDL International wurde 2009 eine neuentwickelte Version der Software unter dem Namen SDL Trados Studio 2009 auf den Markt gebracht. Dabei behielt die Terminologiedatenbank die Bezeichnung MultiTerm. Hinzu kam die Programmkomponente SDL Passolo 2009 zu Lokalisierungszwecken.

SDL Trados Studio 2009 hatte eine neue, in sich geschlossene Benutzeroberfläche. Diese umfasste zusätzliche Funktionen zum Projektmanagement (gleichzeitige Übersetzung eines langen Textes durch mehrere Übersetzer, Überprüfung von Übersetzungen zur Qualitätssicherung und einheitlicher Terminologie) und zur Konvertierung der Daten. Für den simultanen Zugriff mehrerer Nutzer auf ein Projekt gab es Server-Versionen (SDL Translation Memory Server, SDL MultiTerm Server, SDL TeamWorks). Eine Lizenz für die Terminologiedatenbank MultiTerm war in der Freelance- und der Professional-Version enthalten, nicht jedoch in der Starter Edition, welche lediglich Lesezugriff auf eine Terminologie-Datenbank bot.

Mit Studio 2009 erwarb der Nutzer gleichzeitig eine Lizenz für Trados 2007. Damit konnte eine umfassende Kompatibilität zwischen den beiden Versionen gewährleistet werden, wozu allerdings immer beide Versionen auf dem Rechner installiert sein mussten.

Das Format der Translation Memory basiert seit Trados 2009 auf dem gemeinfreien SQLite und ermöglicht die Bearbeitung der Datenbank in fremden SQLite-fähigen Editoren. Es erhöht zudem die Datensicherheit, da mit spezialisierten SQL-Tools z.B. Integrity Checks, vollständige Datenbank-Exporte, SQL-basierte Datenbankmanipulationen und andere Arbeiten möglich sind, ohne SDL Trados Studio installiert haben zu müssen.

SDL Trados Studio 2011

Im September 2011 wurde SDL Trados Suite 2011 eingeführt.

SDL Trados Studio 2014

Im September 2013 wurde SDL Trados Suite 2014 eingeführt.

SDL Trados Studio 2015

Im Juni 2015 wurde SDL Trados Suite 2015 eingeführt.

Unterstützte Datenformate

Zu den unterstützten Dateiformaten gehören u.a. MS Office-Dateien, OpenOffice, InDesign, QuarkXPress, PageMaker, Interleaf, Framemaker,HTMLSGMLXML, XLIFF, TMX, TBX, SVG.

SDL OpenExchange

Mit der Funktion SDL OpenExchange besteht seit der Version 2009 die Möglichkeit, über eine API mit Plug-ins zu erweitern. Die Funktionen erstrecken sich vor allem auf Funktionen im Bereich Terminologie und maschinelle Übersetzung. Zudem können damit Funktionen anderer Produkte  nachgebildet werden, wie z. B.  der Im-/Export für Korrekturarbeiten (Proof-reading SDLXLIFF files in MS Word (PDF; 2,3 MB). Bislang gibt es rund 40 Plug-ins.

Kritik

In der Kritik standen in der Vergangenheit v. a. Trados 2007 und frühere Versionen.

  • Das System flexibler Lizenzen stellt Endbenutzer vor Probleme, sobald diese wegen Hardwareausfällen nicht deaktiviert werden können. Hier wird mangelnde Kulanz beklagt.
  • Das ttx-Format von Trados 2007 lässt nach Abschluss einer Übersetzung keinen Export bzw. Konvertierung in das Originalformat zu, falls die Originaldatei verschoben wurde oder der Pfad nicht gefunden werden kann.
  • Die fragwürdige Wertung sogenannter ''Fuzzy Matches'', also Sätzen mit teilweiser Übereinstimmung (siehe dazu About Translation: "Yet again: Trados fuzzy match woes (Expanded)").
  • Bilinguale, segmentierte RTF-/DOC-Dateien, die mit Trados-Versionen bis 2007 oder anderen Übersetzungstools, die auf Word als Übersetzungseditor aufsetzen, erstellt wurden und die Trados tw4winMark-Formatvorlagen enthalten (tw4winExternal, tw4winInternal, etc.), konnten mit Version 2009 nicht mehr geöffnet werden. In der Version 2011 wurde eine Unterstützung für bilinguale Dokumente mit tw4winMark Formaten wieder eingeführt.
  • Beklagt wurde auch die langsame oder gar nicht erfolgende Beseitigung von Bugs. Beispielsweise hat Trados 2007 Probleme bei der Verarbeitung von Word-Dateien, in denen bestimmten Abschnittswechseln kein Absatzzeichen vorangeht.
  • Die Frage der Subjektivität gilt auch für die Preispolitik für Lizenzen und Schulungen (Jill Sommer: "SDL Trados training – total crock or benefit?"), die bereits 2003 geäußert wurde (Thomas Waßmer: "Dr. Tom's Independent Software Reviews. Trados."). Dazu ist festzuhalten, dass die meisten Wettbewerber in den letzten Jahren zumindest preislich bei den Lizenzen aufgeschlossen haben.

Weblinks